Was zeichnet Fabric als Blockchain aus?

Hyperledger Fabric ist eine Blockchain. Blockchains wiederum sind bekannt geworden als das infrastrukturelle Rückgrat von Kryptowährungen; als verteilte Buchhaltungssysteme, die das Handeln von Währungen oder Objekten erst möglich gemacht haben.

Fabric als Blockchain ist für den Einsatz im Business-Bereich gedacht. Einige der aus den Kryptowährungen bekannten Verfahren finden keine Anwendung. Andererseits sind neue Möglichkeiten hinzugefügt worden.

  • Es gibt kein Mining, weil es keine Kryptowährung gibt, die gezahlt werden müsste, um etwa wie bei Ethereum die Transaktionen abzuwickeln. Natürlich könnte man aber eine Kryptowährung mit Hilfe von Hyperledger Fabric als Ledger realisieren.
  • Es gibt kein verteiltes Konsensverfahren. Da in Business-Umfeldern das Netzwerk der Teilnehmer deutlich kleiner ist als bei einer öffentlichen Kryptowährung, gibt es somit auch keinen Bedarf an  Konsensverfahren wie etwa das Proof of Work von Bitcoin.
  • Fabrics ist als privates Netzwerk gedacht, in dem es eine zentrale Authentifizierungsstelle gibt. Neue Teilnehmer an einer Blockchain müssen von allen anderen Teilnehmern akzeptiert werden, um Zugang zu den Daten zu bekommen.
  • Fabrics unterstützt Kanäle („Channels“). Jeder Channel ist quasi eine eigene abgeschlossene Blockchain, und nur die Teilnehmer des jeweiligen Channels können sich sehen und Daten untereinander austauschen.
  • Fabric unterstützt sogenannte „smart contracts“, d.h. die Blockchain kann programmiert werden. Bei Hyperledger Fabric heisst das „Chaincode“, und der kann in verschiedenen Programmiersprachen verfasst werden, die als SDK verfügbar sind (Go, Java, Javascript, und bald Python). Dazu später mehr in einem eigenen Beitrag.
  • Ein Fabric Netzwerk besteht aus Knoten („Nodes“). Es gibt drei grundlegende Arten von Knoten:
    • Peers (normale Teilnehmer, die alle eine Kopie des Ledgers haben)
    • Orderer (sorgen für die Verbreitung der Transaktionen zu den Peers), sowie
    • Certification Authorities für die Authentifizierung der Peers und Ihre Transaktionen.
  • Das Fabric Projekt nutzt Docker als Virtualisierungslösung, so dass mehrere Nodes auf einer Maschine simuliert werden können. Docker erlaubt es ebenso, modulare und plattformübergreifende Container bereitzustellen.